Meine Highlights, Erfahrungen und Tipps für eine individuelle Rundreise

Ich war im Mai 2026 für etwa zwei Wochen in Schottland unterwegs, gemeinsam mit einem Freund und mit Camper. Unsere Route führte zuerst nach Glasgow und danach mit dem Zug weiter in die Highlands. Im Fokus standen in Glasgow vor allem Sightseeing, Essen, Bier und Shopping, in den Highlands dann Camping, Schlösser, Natur und Wanderungen.

 

Was dich hier erwartet:  

  1. Highlights und weitere Stationen
  2. Bewertung
  3. Reise-Tipps

Wer mehr wissen will: Das komplette Reisetagebuch Schottland findest du hier.

Highlights und weitere Stationen

Highlights

  • Glasgow
    Von Glasgow hatten wir ehrlich gesagt nicht allzu viel erwartet, umso positiver war die Überraschung. Die Stadt hat uns mit richtig gutem Sightseeing, tollen Shoppingmöglichkeiten, gemütlichen Pubs, Brauereien und erstaunlich gutem Essen überzeugt. Als Neu-Teilzeit-Veganerin habe ich in Glasgow auch einige spannende vegane Entdeckungen gemacht, denn die Stadt ist überraschend vegan-friendly. 
  • Ben Nevis
    Ben Nevis hatten wir gar nicht wirklich auf dem Schirm und haben den Berg eher spontan mitgenommen. Das Wetter war zwar miserabel, aber genau das machte die Erfahrung irgendwie noch schottischer. Selbst wenn man den Gipfel nicht ganz klar sieht, ist der Ausblick oben beeindruckend und der Ausflug absolut lohnenswert. 
  • Eilean Donan Castle
    Eilean Donan Castle ist einer dieser Orte, die fast schon zu fotogen wirken, um echt zu sein. Besonders bei Windstille ist die Kulisse einfach spektakulär. In der Nähe gibt es ausserdem eine süsse kleine Destillerie (Fairytale Distillery) Distillery sowie eine angeschlossene Bäckerei mit sehr feinen Sachen. 
  • Isle of Skye 
    Die Isle of Skye war für uns eines der absoluten Highlights. Es gibt dort unglaublich viele schöne Orte wie Brothers Point oder Neist Point, dazu tolle Wanderungen am Old Man of Storr und im Quiraing. Zudem kann man auch eine Handvoll Destillerien besuchen. 

Weitere Stationen

  • Loch Ness
    Auf der Jagd nach Nessie haben wir natürlich auch einen Stopp am Loch Ness gemacht. Leider blieb Nessie unsichtbar, dafür hat uns der See mit seiner Grösse und schönen Kulisse beeindruckt. Das Urquhart Castle direkt am Ufer ist definitiv einen Stopp wert. Glen Affric liegt nicht weit von Loch Ness entfernt und ist ein wunderschönes, ruhiges Tal, das noch etwas off the beaten track ist. Wer Zeit hat, sollte sich den Abstecher gönnen.
  • Glenfinnan
    Glenfinnan kennen viele vor allem durch das berühmte Harry-Potter-Viadukt, aber der Ort hat noch mehr zu bieten: das Glenfinnan Monument mit dem Loch Shiel im Hintergrund ist eine sehr schöne Kulissen. Ein Stopp lohnt sich auf jeden Fall.
  • Glencoe
    Glencoe war für uns ehrlich gesagt eine kleine Enttäuschung. Das Tal ist schön, aber nicht wirklich spektakulär. Dazu ist es recht überlaufen. Wer ohnehin vorbeifährt, kann kurz anhalten, aber extra dahin würde ich nicht nochmal fahren.

Bewertung

Kategorie Bewertung Kommentar
Mobilität ★★★★☆ Mit Camper oder Mietwagen ist Schottland sehr gut bereisbar. Die Strassen sind grösstenteils in sehr gutem Zustand, zwischendurch gibt es aber auch ein paar enge Single-Track-Roads. Wirklich ein Problem war das für uns nicht. Ein Zugnetz gibt es ebenfalls, das wir als ganz ordentlich ausgebaut empfunden haben. Der Linksverkehr war für uns auch kein Thema.
Sicherheit ★★★★★ Wir fühlten uns jederzeit sicher. Schottland wirkt insgesamt sehr entspannt und unkompliziert. 
Unterkünfte ★★★★★ In Glasgow hatten wir ein tolles Hotel zu einem fairen Preis. In den Highlands gab es zudem viele Campingplätze, die sauber, gut ausgebaut und preislich fair waren. Da wir dort mit dem Camper unterwegs waren, haben wir keine Hotels ausprobiert, es wirkte aber so, als gäbe es selbst in abgelegenen Orten noch ein B&B oder eine ähnliche Unterkunftsmöglichkeit. 
Kulinarik ★★★★☆ Insgesamt überraschend gut. Glasgow hat uns kulinarisch echt positiv überrascht und war auch sehr vegan-friendly. Beim Camping haben wir oft selber gekocht, und in den Supermärkten haben wir alles dafür gefunden, meist auch mit einer grossen veganen Auswahl. Die ein oder zwei Male, in denen wir in den Highlands auswärts gegessen haben, war es ebenfalls sehr gut. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die ganzen Destillerien, das war auf jeden Fall ein Highlight.  
Sehenswürdigkeiten & Aktivitäten ★★★★★ Kulturell und landschaftlich hat Schottland unglaublich viel zu bieten. Für uns war das insgesamt einfach top. 
Preis-Leistungs-Verhältnis ★★★★☆ Kein klassisches Budget-Reiseziel, aber für uns als Schweizer waren die Preise echt fair. Mit Camper und etwas Spontanität konnten wir sehr gute Ferien zu einem vernünftigen Preis machen. 
Reisefreundlichkeit & Zugang ★★★★★ Schottland ist einfach erreichbar und die Einreise unproblematisch. Mit Camper oder Mietwagen ist das Land super einfach zu bereisen, aber auch der Zug bietet eine gute Möglichkeit. Die touristische Infrastruktur ist sehr gut, mit vielen Hotels und Campingplätzen. Die Leute sind super nett und offen.  
Gesamt ★★★★★ Schottland war für uns ein rundum starker Trip, landschaftlich beeindruckend, unkompliziert zu bereisen und sehr abwechslungsreich. 

Reise-Tipps

Transport

Mit dem Zug sind wir von Glasgow nach Inverness gereist, was problemlos funktioniert hat. Das Ticket haben wir unkompliziert über die ScotRail-App gekauft, die Züge waren pünktlich und insgesamt völlig okay, auch wenn sie stellenweise etwas in die Jahre gekommen wirkten. Mit dem Auto oder Camper ist Schottland ebenfalls gut bereisbar. Linksverkehr war für uns kein Problem, die Strassen sind meist gut, auch wenn es zwischendurch enge und teils recht mitgenommene Single-Track-Roads gibt. 

Camping & Camper

Die Camping-Infrastruktur war sehr gut. Zweimal waren Plätze ausgebucht, zweimal haben wir erst am Vortag reserviert, den Rest haben wir spontan gefunden. Auf der Isle of Skye war es deutlich schwieriger, dort gibt es weniger Campingplätze und viele waren ausgebucht. Nebst den Campingplätzen gibt es auch viele gratis Stellplätze oder Parkmöglichkeiten. Dort darf man zwar nicht offiziell campieren, also etwa draussen kochen oder die Markise aufstellen, aber übernachten ist meist möglich. Man findet also in der Regel immer irgendwo einen Schlafplatz. Die Preise für die Campingplätze lagen für einen Stellplatz mit Dachzelt ohne Elektrizität meist zwischen 20 und 40 Pfund, in der Regel zahlten wir aber rund 30 Pfund. 

 

Wir hatten einen Land Rover Defender mit Dachzelt und Markise, was auf den Campingplätzen super funktioniert hat. Beim "wilden" Campen haben wir aber einen ausgebauten Innenraum vermisst, vor allem wegen des wechselhaften Wetters. Das nächste Mal würden wir deshalb eher einen Camper mit Innenausbau nehmen. 

 

Für die Suche haben wir hauptsächlich Park4Night und Google Maps genutzt. 

Reisezeit

Wir waren Anfang Mai dort, was sich im Nachhinein als gute Wahl herausgestellt hat. Das Wetter war sehr wechselhaft, mit Regen, Wind und Sonne. Dafür hatten wir nur einmal mit den nervigen Mücken Bekanntschaft gemacht. Wechselhaftes Wetter ist mir da definitiv lieber. Ein grosser Vorteil vom Mai ist ausserdem, dass es noch nicht Hochsaison ist, sodass wir vieles spontan machen konnten. Es war zwar schon jetzt gut besucht, in der Hochsaison dürfte es aber noch deutlich voller sein. Ich würde wieder im Mai reisen. 

Sonstiges

  • Geld: Bezahlt haben wir alles mit Karte, Bargeld brauchten wir keins. 
  • Internet: Internet war meist gut brauchbar, auch wenn es gelegentlich Funklöcher gab. Auf vielen Campingplätzen gab es sogar WLAN.  
  • Einreise: Für die Einreise brauchten wir als Schweizer im Mai 2026 einen Pass und ein ETA. 
  • Whisky-Touren: Wir konnten alle Touren spontan und kurzfristig buchen. Falls online keine Tickets erhältlich sind, lohnt sich ein Anruf.